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Dieses Dogma steht im Zusammenhang mit einer fiktiven Gesellschaftsform aus dem Warhammer 40.000 Universum, deren Streben eben nach diesem höheren Wohl gilt. Und zwar ausnahmslos für alle. Individualismus wird zwar geduldet, aber nur solange er der eigenen Vervollkommnung dient. Wer sich z.B. lieber der Habgier hingibt, hat dort einen schweren Stand. Aber auch wer eine andere politische Meinung vertritt.

Andere Völker werden gerne mit einbezogen. Oft in Form von Handelsbeziehungen, manchmal auch durch direkte Beitritte. Beides auch gerne mal nach einem schlechten Start der Beziehungen. Systeme, die im Rahmen eines Krieges besiegt wurden, werden rigoros dem höheren Wohl untergeordnet. Da wird dann auch nicht mehr verhandelt.

Sie soll auch nicht nachtragend sein, diese Gesellschaft. Schwer vorstellbar, aus der Sicht der Menschen. Aber das kann es durchaus geben. Ich selbst bin eher nicht nachtragend, auch wenn ich so manches nicht vergessen kann. Dann bin ich bei der nächsten Begegnung etwas zurückhaltender mit meinem Enthusiasmus. Das kann ich mir auch gut als Richtlinie auf politischer Ebene denken.

Warum schreibe ich das ganze hier? Nun die Überschrift soll es andeuten mit einem Ausrufezeichen für das Dogma und einem Fragezeichen ob der Richtigkeit. Mein Bezug zu unserer realen Welt ist das Konstrukt was im allgemeinen Europäische Gemeinschaft (EU) genannt wird. Seit Jahren hören und lesen wir immer wieder mal was von Gleichmacherei. Und wenn ich so darüber nachdenke, kann man das auf fast allen Gebieten wahrnehmen. Es heißt offiziell „Harmonisierung“ ist für mich aber das selbe.

Richtig, um länderübergreifend zusammen zu arbeiten braucht es Standards. Dabei reicht es doch wenn sich Vertreter der betroffenen Firmen und Einrichtungen zusammensetzen und diese Standards erarbeiten und beschließen. Gesetze auf EU-Ebene, Richtlinien genannt, sind dafür doch eher ungeeignet. Zumindest dann, wenn unbeteiligte darunter leiden müssen. Allerdings, wenn ich meinen Blickwinkel etwas ausweite, kann ich mir so ein Dogma wie das vom höheren Gemeinwohl schon dabei vorstellen. Zumindest passt es ins Bild, für mich. Doch wenn es so ein Dogma gibt, was ist es? Wer hat es bestimmt? Oder, wer arbeitet daran? Die Politiker? Oder doch eher die Lobbyisten?

Antworten darauf habe ich noch keine. Dafür ist mir die politische Landschaft in Europa zu chaotisch, zu unübersichtlich. Verschlimmert wird das durch das Engagement von international agierenden Unternehmen. Wenn diese das Gemeinwohl als Ziel hätten, sähe unsere Erde inzwischen etwas besser aus. Leider regiert hier mehr die Habgier und das Motto: Nach mir die Sintflut. Es gibt auch Anzeichen für ein Umdenken in der Wirtschaft. Wie so vieles, passiert das aber nur wenig in den Chefetagen der multinationalen Konzerne, sondern eher auf lokaler Ebene. Netterweise beschleunigt das Internet aber manche Entwicklungen. So auch das Umdenken in Richtung nachhaltiges Wirtschaften. Dazu gehört auch der richtige Umgang mit den Menschen. Egal ob in Firmen oder Behörden. Es darf keine Rolle spielen, wie wichtig der einzelne im großen Ganzen ist. Respekt hat jeder verdient.

In diesem Sinne finde ich jüngste Entwicklungen in Europa eher bedenklich. Unsere Gesellschaft mutiert, bösartig. Sie entwickelt sich weg von den Menschen. Die Gesundheitssysteme bluten aus, ebenso die Bildungssysteme. Die staatlichen Einrichtungen werden durch Haushaltskürzungen regelrecht lahmgelegt, darunter auch die Polizei. Weil die Medien davon beinahe täglich berichten, wird das inzwischen als „normal“ angesehen. Keiner regt sich auf. Erschreckend effektives System! Ich finde personelle Kürzungen würden sich in vielen Zeitungs- und Rundfunkredaktionen besser machen.

Vor diesem Hintergrund finde ich ein Streben nach einem höheren Wohl doch so verkehrt nicht. Wenn Profitgier und Machstreben verpönt sind. Wenn das Sein besser ist, als das Haben. Wenn wir alle zusammenarbeiten, statt Gegeneinander. Wenn gemeinsames nutzen wichtiger ist als individueller Besitz.

Ich gebe es zu, ich bin ein Idealist. Aber man wird doch mal träumen dürfen...

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